Was eine Freebet ohne Einzahlung in Deutschland wirklich kostet
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Stand der Daten: Oktober 18, 2026; geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).

Eine Freebet ist kein Geschenk des Hauses, sondern eine Wette, deren Einsatz der Anbieter trägt. Gewinnt der Schein, wandert nur der Reingewinn auf das Konto – der Einsatz der Freebet bleibt außen vor. Genau diese Klausel macht aus dem Werbeversprechen „gratis“ eine Rechenaufgabe. Wer in Deutschland eine Freebet ohne Einzahlung sucht, landet fast unweigerlich bei einer Bedingung mit Zeitfenster, Mindestquote und Umsatz. Welche Anbieter überhaupt eine Erlaubnis haben, eine solche Aktion anzubieten, sagt die Whitelist der GGL: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis sind dort derzeit gelistet. Die Seite unten bewertet nicht, wie ein Spiel ausgeht – sie zeigt, was eine Freebet einem Konto unter welchen Regeln tatsächlich bringt.
Was eine Freebet ist und was sie nicht ist
Eine Gratiswette, in den Geschäftsbedingungen oft „Freebet“, „Wett-Credits“ oder „Freiwette“ genannt, ist ein Wettguthaben, das der Anbieter unter Bedingungen ausgibt. Drei Eigenheiten treffen auf nahezu jede Freebet zu:

Der Einsatz wird nicht zurückgezahlt. Setzt der Anbieter 10 € als Freebet, so gewinnt der Spieler bei einer Quote von 2,50 nicht 25 €, sondern 15 € – den Gewinn ohne den ursprünglichen Einsatz.
Die Freebet ist an Regeln gebunden. Üblich sind eine Mindestquote, ein Zeitfenster zur Platzierung und eine Liste zulässiger Märkte. Tipp- und Systemwetten sind häufig ausgeschlossen, ebenso Live-Wetten und Wetten mit Cash Out.
Die Freebet ist eine Promotion, kein Vertragsbestandteil. Was eine „Aktion“ ist, entscheidet der Anbieter; die Regeln stehen in den Aktionsbedingungen, nicht in den allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen vorbehalten – dieser Satz taucht in fast jeder Aktion auf.
Wer den Wert einer Freebet beziffern will, kommt um die Rechnung nicht herum. Eine Freebet über 10 € zu Quote 2,00 ist im Erwartungswert weniger wert als 10 € in bar, weil der Einsatz bei einem Gewinn wegfällt. Wie viel weniger, hängt an der Auszahlungsquote des Marktes: Eine Wette mit zwei gleich wahrscheinlichen Seiten (1,90 / 1,90) gibt von jedem eingesetzten Euro rund 0,526 € zurück; eine Freebet auf diesen Markt bringt daher im Mittel etwa 5,26 € pro 10 € Einsatz. Die Rechnung steht im Abschnitt „Der Wert einer Freebet in Zahlen“.
Freebet, Freiwette, Wett-Credits – drei Wörter, ein Mechanismus
Die Begriffe werden im Markt nicht trennscharf verwendet. „Freebet“ ist der häufigste; „Wett-Credits“ benutzt bet365; „Freiwette“ taucht in älteren Aktionsseiten auf. Im Vertragstext steht ausnahmslos „Freebet“ oder eine wörtliche Übersetzung – das bestimmt, ob der Einsatz zurückgezahlt wird oder nicht. Wer eine Aktion liest, schaut zuerst auf diese eine Formulierung.
Rechtslage: Wer in Deutschland überhaupt eine Freebet anbieten darf
Sportwetten sind in Deutschland seit dem 1. Juli 2021 nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) bundesweit einheitlich geregelt. Erlaubnisse vergibt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale). Die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV berechtigt, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln.

Die Whitelist der GGL ist das einzige amtliche Register erlaubter Anbieter; sie ist nach § 9 Abs. 8 GlüStV öffentlich. Stand 02.10.2026 listet sie 30 Einträge – 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, und drei weitere Inhaber nur für Pferdewetten. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain; eine .de-Endung allein beweist allerdings noch keine Erlaubnis. Die Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt (§ 4c Abs. 1 GlüStV); die Whitelist zeigt nur das Datum der erstmaligen Erteilung, kein Enddatum. Eine Erlaubnis für Automatenspiele, Online-Casino oder Poker sagt nichts über die Sportwetten-Erlaubnis aus – das sind getrennte Genehmigungen.
Aufsicht und Ahndung liegen bei der GGL. Wer ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten in Deutschland anbietet, betreibt unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Die GGL kann Verbote, Zahlungs- und Netzsperren anordnen (§ 9 GlüStV); strafrechtlich drohen dem Veranstalter bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe (§ 284 StGB), dem Werbenden bis zu einem Jahr. Die Teilnahme ist nach § 285 StGB ebenfalls strafbar, in der Praxis wird aber kaum gegen einzelne Spieler vorgegangen – die Behörde setzt bei Anbietern und Zahlungsdienstleistern an.
Eine ausländische Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Wirkung. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten gewarnt und einen Vollzugserfolg „in Milliardenhöhe“ bekanntgegeben. Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, hat im Streitfall weder OASIS noch LUGAS als Schutz, keinen deutschen Rechtsweg zur Beschwerde und keine Garantie, dass das Geld auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto liegt.
Was die Whitelist zeigt und was sie nicht zeigt
Wer den Inhaber und das Datum der Erlaubnis zu einer Domain wissen will, schlägt auf der Whitelist nach. Der Eintrag „Sports betting“ nennt den Inhaber – oft eine Limited in Malta –, die Domain und das Datum der Ersterlaubnis sowie das Datum der Folgeerlaubnis. Was die Whitelist nicht enthält: eine Bewertung, eine Rangfolge, ein Enddatum und keine Aussage zu Bonusaktionen. Die GGL regelt die Werbung (§ 5 Abs. 7) und schreibt für Sportwetten Werbung kein quantitatives Bonusrlimit vor – was eine Aktion wert ist, steht allein in den Aktionsbedingungen des Anbieters.
Spielerschutz – was die Freebet nicht aufhebt
Die Gratiskomponente einer Freebet ändert nichts an den Schutzregeln des GlüStV. Wer eine Freebet nutzt, nimmt an einem Glücksspiel teil – mit allen Beschränkungen.
Volljährigkeit. Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3 GlüStV).
Ein Konto, vollständige Verifizierung. Pro Anbieter ist ein Konto mit voller Identitätsprüfung vorgeschrieben (§ 6a GlüStV). Vor der Verifizierung darf der Anbieter höchstens 72 Stunden Spielbetrieb mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung zulassen.
Einzahlungslimit. Standard sind 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg (§ 6c Abs. 1), durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Wer wirtschaftlich leistungsfähiger ist, kann nach prüfbarer Erklärung einen höheren individuellen Satz erhalten – Anbieter dürfen ihn bis 10.000 € selbst festsetzen, von 10.000 € bis 30.000 € nur für höchstens ein Prozent ihrer aktiven Spieler. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Senkungen greifen sofort, Erhöhungen erst nach sieben Tagen.
Parallelspielverbot. Über die LUGAS-Aktivitätsdatei darf zur selben Zeit nur bei einem Anbieter aktiv gespielt werden (§ 6h).
OASIS-Sperrdatei. Selbst- oder Fremdsperre werden zentral in OASIS geführt (§§ 8, 8a) und bei Registrierung sowie Login abgefragt. Wer selbst sperrt, bleibt mindestens drei Monat gesperrt, wenn ein Zeitraum angegeben wurde – sonst mindestens ein Jahr. Offshore-Anbieter sind an OASIS nicht angeschlossen.
Panikbutton. Eine Sofortsperre von 24 Stunden lässt sich direkt im Konto auslösen (§ 6i Abs. 3).
Zahlungen nur auf eigene Namen. Ein- und Auszahlungen laufen über ein Konto, das auf den Namen des Spielers lautet und bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut geführt wird (§ 6b Abs. 4). Anonyme Zahlungsmittel – Kryptowährungen, anonyme Prepaidkarten – sind bei lizenzierten Anbietern nicht zugelassen.
Insolvenzgeschützte Trennung. Spielerguthaben liegt auf einem Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben binnen fünf Werktagen ohne Gebühr ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).
Die Gratisform ändert keinen dieser Punkte. Eine Freebet fällt unter dieselbe Werberegel (§ 5 Abs. 7) – nur wer eine Erlaubnis hat, darf eine solche Aktion bewerben – und das Einzahlungslimit gilt unabhängig davon, ob der Einsatz „eigenes“ Geld oder eine Promotion ist. Kostenlose Wetten lösen keine Senkung des Monatslimits aus.
Bonus und Freebet – wie eine Aktion wirklich funktioniert
Eine Aktion ist ein Vertragspunkt mit drehbaren Schrauben. Drei davon entscheiden, was die Freebet tatsächlich bringt: die Bedingung an den Einsatz, die Frist und das Zeitfenster.
Die Mindestquote
Wer seine Freebet platziert, muss in aller Regel eine Mindestquote treffen – die niedrigste Quote, zu der die Wette überhaupt gewertet wird. Bei Neukunden-Aktionen liegt sie häufig zwischen 1,50 und 2,00; bei Wett-Credits aus einem Einzahlungsbonus darüber. Die Mindestquote sortiert das Wettverhalten: wer unterhalb bleibt, verliert die Freebet, ohne sie genutzt zu haben.
Umsatzbedingungen und Umsatzfaktor
Manche Freebets sind an eine „Umsatzbedingung“ gebunden: Der Gewinn aus der Freebet muss erneut eingesetzt werden, oft zu einer Mindestquote, bevor er ausgezahlt werden darf. Das ist ein zweiter Hebel. Eine Freebet, die einen Gewinn von 15 € bringt, der nochmals fünfmal zu einer Mindestquote von 1,80 umgesetzt werden muss, verlangt vom Spieler 75 € Umsatz im Wettprogramm. Welche Quote reicht, welche Märkte zählen und welche Frist gilt, legt der Anbieter fest; die Bedingungen stehen am Ende der Aktionsseite, nicht in den allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Fristen
Freebets verfallen. Wer die Freebet nicht innerhalb des Zeitfensters platziert, verliert sie. Üblich sind sieben Tage ab Gutschrift; Aktions-Fristen laufen oft am Ende einer Turnierwoche aus. Bei der Freebet aus dem MERKUR BETS CLUB sind es 3 Tage zur Aktivierung unter „Meine Boni“ und 7 Tage zur Platzierung; sie verfällt danach ersatzlos.
Welche Wetten zählen und welche nicht
Oft ausgeschlossen: Systemwetten, Mehrwegwetten, Live-Wetten, Wetten mit Cash Out und Wetten, deren Quote durch einen Quotenboost verändert wurde. Ebenfalls oft ausgeschlossen: stornierte Wetten, Cashout-Wetten und Wetten auf Ereignisse, die vor Ablauf der Frist abgerechnet sind. Wer unsicher ist, prüft die Aktionsbedingungen vor dem Klick auf „Platzieren“.
Werbe-Versprechen, die die Freebet kleiner rechnet
Wer einen „100-%-Bonus“ liest, bekommt keinen 100-%-Bonus auf die Freebet, sondern einen Einzahlungsbonus – die Freebet kommt als Teil davon. „Risikofrei“ klingt nach Rückzahlung in bar; in den Bedingungen steht häufig „Freebet“ – der Einsatz der Wette wird nicht zurückerstattet, sondern eine neue Gratiswette. Das Werbeversprechen steht am Anfang, die Mechanik am Ende.
Im Hilfezentrum von Bet365 sind Wetten-Konfigurator, Gewinn-Boost, Cash Out, „Einwechslung+“ und „Wette teilen“ als Funktionen dokumentiert – sie gehören nicht zu jeder Freebet und sind häufig in den Aktionsbedingungen ausgeschlossen.
Der Wert einer Freebet in Zahlen
Die Rechnung im Block:
> Eingesetzt wird eine Freebet über 10 €, platziert auf einem Zwei-Wege-Markt zu Quoten 1,90 / 1,90. Gewinnt die Wette, gibt es 10 € × 0,90 = 9 € als Reingewinn; verliert sie, ist die Freebet weg. Die Auszahlungsquote dieses Marktes liegt bei 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) ≈ 0,9474 – der Buchmacher behält rund 5,26 % Marge. Multipliziert mit der Trefferwahrscheinlichkeit von 50 %, ergibt sich ein Erwartungswert von (0,50 × 9 €) + (0,50 × 0 €) = 4,50 €.
> Allgemeiner: Wert = Freebet-Höhe × (Quote − 1) / Quote × Auszahlungsquote des Marktes. Für 10 € Freebet bei Quote 1,90 und Auszahlungsquote 0,9474 liegt der Erwartungswert bei rund 4,49 €. Die Rechnung gilt für jeden fairen Markt; bei stärkerer Marge sinkt der Wert, bei Quote 1,50 auf rund 3,33 €.
Das ist eine statistische Schätzung über viele Wetten – was eine einzelne Freebet auf einem konkreten Schein einbringt, hängt am Treffer. Wer den Wert im Einzelfall nachprüfen will, dividiert die Freebet-Höhe durch die angebotene Quote, multipliziert mit der Auszahlungsquote – und vergleicht das Ergebnis mit dem Wert bei einer Bar-Auszahlung derselben Größe. Fast immer liegt die Freebet darunter.
Rangliste: Was die Bedingungen taugen
Die folgende Tabelle ordnet die zehn Anbieter nach Stand der Erlaubnis. Wer eine Lizenz führt, hat das Recht, eine Freebet zu bewerben; was die Aktion kostet, zeigt die Aktionsseite des Anbieters. Die Tabelle bewertet keine Promotion.
| Anbieter | Whitelist-Status | Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|---|
| Interwetten | Whitelist (Sportwetten) | Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 |
| ODDSET | Whitelist (Sportwetten) | ODDSET Sportwetten GmbH | 18.11.2020 |
| Tipico | Whitelist (Sportwetten) | Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
| bpremium | Whitelist (Sportwetten) | Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| bet-at-home | Whitelist (Sportwetten) | Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 |
| Tiptorro | Whitelist (Sportwetten) | Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| MERKUR BETS | Whitelist (Sportwetten) | Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| VBet | Whitelist (Sportwetten) | SCGO Limited | 05.12.2023 |
| LeoVegas | Whitelist (Sportwetten) | LVSports Limited | 21.10.2024 |
| Bet3000 | Whitelist (Sportwetten) | I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
Was die Spalten sagen – und wo sie aufhören. Die Spalte „Whitelist-Status“ gibt den Eintrag Stand 02.10.2026 wieder; eine Erlaubnis führt in dieser Liste nicht zu einer Bewertung der Aktion. Wer eine Freebet sucht, schlägt die Bedingungen auf der Anbieterseite nach.
Was die zehn Anbieter im Umgang mit Freebets unterscheidet
Interwetten – Freebet-fähig, Cashout eingeschränkt
Interwetten darf auf der Whitelist Sportwetten anbieten; Cashout kann laut Sportsbook-Regeln ohne Vorankündigung deaktiviert werden, und für Freebets sowie Bonusgeld steht Cashout nicht zur Verfügung. Für die Freebet selbst bedeutet das: was an Märkten übrig bleibt, wenn Cashout wegfällt, sind Einzel- und Kombiwetten ohne den Teilschluss. Wer plant, mit Cashout zu spielen, verliert bei einer Freebet diese Möglichkeit von vornherein.
ODDSET – Erlaubnis über das Regierungspräsidium, weiter unter GGL-Aufsicht
ODDSET fällt auf – weil die Erlaubnis über das Regierungspräsidium Darmstadt ausgestellt wurde, mit Bescheid vom 15.12.2022, und heute unter Aufsicht der GGL steht. Der Inhaber ist die ODDSET Sportwetten GmbH. Die Freebet-Aktion, die ODDSET bewirbt, läuft über die üblichen Aktionsbedingungen.
Tiptorro – eine Marke, eine Whitelist-Adresse
Tiptorro wird vom Whitelist-Inhaber Torro Tec Limited betrieben; im App Store ist die App dementsprechend gekennzeichnet, der Anbieter sich als „behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL“ beschreibend. Die Erlaubnis trägt das Datum 30.06.2021; eine Folgeerlaubnis datiert auf 27.12.2022. Für Freebets bedeutet das, dass die Aktion nach GlüStV-Bedingungen läuft: ein Konto, vollständige Verifizierung, Einzahlungslimit 1.000 € im Monat, OASIS-Abgleich.
Tipico – dauerhafter Streitfall um alte Wetten, klare Lizenz heute
Tipico fällt in der Berichterstattung aus zwei Gründen auf: der Sitz der Tipico Co. Limited liegt im Portomaso Business Tower in St. Julian’s auf Malta; vor dem Bundesgerichtshof läuft ein Verfahren (Az. I ZR 90/23), in dem ein Kläger über 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurückfordert. Der BGH hat die Sache dem EuGH vorgelegt; der Generalanwalt hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (C-530/24) grundsätzlich für möglich, dass unlizenzierte Anbieter Einsätze zurückzahlen müssen – mit Ausnahme zugesicherter Duldung. Heute führt Tipico eine deutsche Erlaubnis. Wer eine Freebet bei Tipico nutzt, spielt bei einem Anbieter mit Erlaubnis; was Versuche, Einsätze aus Vor-GlüStV-Zeiten zurückzuholen, am Ende bedeuten, ist offen.
bpremium – Umsatzfaktor 5 auf Bonus und Einzahlung
Bei bpremium müssen laut Nutzungsbedingungen Bonus und Einzahlung je fünfmal umgesetzt werden, und zwar zu Dezimalquoten ab 1,7, bevor eine Auszahlung möglich ist. Angebote sind, sofern nicht anders vermerkt, nur einmal nutzbar. Eine Freebet auf Basis dieses Bonus-Angebots erbt diese Umsatzlogik: was an der Aktion steht, gilt auch für die Freebet. Wer darauf setzt, die Freebet ohne erneuten Umsatz auszahlen zu können, hat die Aktionsbedingungen nicht gelesen.
bet-at-home – ein zeitlich enges Weltmeister-Angebot
bet-at-home bot eine 10-€-Gratiswette auf den Sieger der FIFA WM 2026, registrierbar ab dem 09.06.2026 über einen Promotion-Link; die Wette musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert werden. Gewinne daraus unterliegen keinen Umsatzbedingungen. Das Beispiel zeigt, wie kurz Aktionsfenster sein können: Wer nach dem 28.06.2026, 18:00 Uhr liest, kommt zu spät.
MERKUR BETS – Freebet über die Mehrscheinkarte
MERKUR BETS hat zwei Freebet-Linien: zum einen die Neukunden-Aktion (Freebet 25 € bei Ersteinzahlung ab 1 €; verliert die erste qualifizierende Kombiwette, gibt es bis 75 € als Freebet zurück, sofern vorab „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde). Zum anderen den MERKUR BETS CLUB, der für Kombiwetten oder den Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote ab 4,00 ab einem Wocheneinsatz von 25 € eine 5-€-Freebet am folgenden Montag auszahlt. Diese CLUB-Freebet muss innerhalb von drei Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert und innerhalb von sieben Tagen genutzt werden; Cashout ist bei mit Freebet platzierten Wetten nicht möglich, und sie zählt nicht für Wetten mit Quotenboost.
LeoVegas – jung auf der Whitelist, ältere Casino-Erlaubnis
LeoVegas fällt durch eine kombinierte Erlaubnis auf: Sportwetten seit 21.10.2024, virtuelle Automatenspiele bereits seit 27.02.2023. Das Casino-Erlaubnisdatum ist älter als das Sportwetten-Erlaubnisdatum; beides steht auf der Whitelist unter dem Eintrag LVSports Limited. Für die Freebet heißt das: die Aktion fällt ausschließlich unter die Sportwetten-Erlaubnis; die Casino-Erlaubnis bleibt für sie irrelevant.
Bet3000 – neueste Erlaubnis im Feld
Bet3000 steht seit 22.04.2026 auf der Whitelist. Damit ist die Erlaubnis die jüngste im Vergleich – ältere Anbieter haben einen Vorsprung an Aktionshistorie. Für Freebets bedeutet das: was an Aktionsbedingungen bei anderen schon in mehreren Runden angepasst wurde, kann hier noch in der ersten Fassung stehen.
VBet – ein Erlaubnis-Inhaber mit zwei Märkten
VBet wird von der SCGO Limited mit Sitz im Portomaso veranstaltet, mit Erlaubnis seit 05.12.2023. Die Freebet-Aktion läuft nach den üblichen Regeln; ein Vorteil gegenüber anderen Anbietern mit ähnlicher Erlaubnis ist aus den Bedingungen nicht abzuleiten – und ein Nachteil ebenso wenig.
Worauf eine Freebet-Aktion im Einzelfall zu prüfen ist
Wer eine Aktion annimmt, steht am Ende vor drei Fragen: Was kostet die Aktion, was passiert am Ende, und was geschieht, wenn die Wette nicht zustande kommt.
Was kostet die Aktion. Die Mindestquote entscheidet, welche Wetten überhaupt zählen; die Frist entscheidet, wie viel Zeit bleibt. Wer die Aktion liest, sucht zuerst „Mindestquote“ und „Frist“. Wer die Freebet platziert, prüft, ob die Quote auf dem gewählten Markt reicht.
Was passiert am Ende. Eine Freebet, deren Gewinn nochmals umgesetzt werden muss, ist weniger wert als eine Freebet ohne erneuten Umsatz. Die Aktionsbedingungen schreiben den Umsatzfaktor und die Quote, mit der der Gewinn umgesetzt werden muss; auf der Seite steht auch, welche Märkte zählen und welche nicht.
Was geschieht, wenn die Wette leerläuft. Storniert der Anbieter die Wette, weil das Ereignis ausfällt, fällt die Freebet in der Regel zurück auf das Aktionskonto – das Originalzeitfenster gilt dann weiter, nicht ein neues.
Wenn die Freebet ausläuft
Freebets, die nicht platziert werden, verfallen ersatzlos. Eine Freebet über 10 €, die nach Ablauf der Frist im Konto liegt, hat am Stichtag X den Wert 0. Wer eine Aktion zu spät annimmt, hat weder Anspruch auf Ersatz noch auf bar ausgezahlte Freebets. Manche Anbieter lassen die Frist per Klick im Aktionsmenü verlängern – das steht so in den Bedingungen, falls es angeboten wird.
Zahlungen, Methoden und die Freebet
Was am Ende ausgezahlt wird, hängt am Zahlungsweg. Die Lizenz schreibt nach § 6b Abs. 4 GlüStV vor, dass Zahlungen nur über ein Konto auf den Namen des Spielers laufen – anonyme Mittel sind ausgeschlossen. Wer eine Freebet nutzt, hat typischerweise dieselben Zahlungswege wie auf dem Hauptkonto.
Skrill und Trustly. Bei Betway liegt die Mindesteinzahlung per Skrill bei 5 €, die Mindestauszahlung bei 10 € – Auszahlungen sind gebührenfrei und werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden freigegeben. Einzahlungen per Skrill qualifizieren nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus. Bei Trustly sind dieselben Mindestbeträge, gebührenfreie Auszahlung und Auszahlung auf ein Bankkonto auf den Namen des Kunden möglich – und nur nach vorheriger Trustly-Einzahlung.
Was die Freebet angeht: Welche Zahlungsmethoden für eine Freebet-Aktion zählen, sagt die Aktionsseite. Wer mit Skrill einzahlt und mit dem Einzahlungsbonus spielt, verliert die Qualifikation – diese Kombination schließt der Anbieter aus. Was bei einer Freebet-Aktion ohne Einzahlung gilt, hängt davon ab, ob die Aktion überhaupt an eine Einzahlung geknüpft ist.
Sportwettensteuer – was vom Gewinn bleibt
Die Steuer auf Sportwetten richtet sich nach §§ 16-25 RennwLottG, sie beträgt 5,3 % auf den Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18). Das sind rund 5,03 % des eingesetzten Betrags – 5,3 / 105,3.
Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler (§ 19). Ob und wie sie an den Spieler weitergegeben wird, entscheidet der Anbieter. Manche Anbieter ziehen die Steuer vom Gewinn ab, manche vom Einsatz, manche nicht – das steht in den allgemeinen Geschäftsbedingungen, nicht in den Aktionsbedingungen. Die Werbung mit „steuerfrei“ bezieht sich darauf, dass der Spieler die Steuer nicht selbst abführen muss; sie sagt nichts darüber, ob der Anbieter sie im Gewinn verrechnet.
Bei einer Freebet ist die Steuer zweitrangig: weil der Einsatz nicht ausgezahlt wird, ist die Besteuerungsgrundlage der Gewinn, nicht der Einsatz. Was am Ende auf dem Konto landet, ist der Gewinn – und was davon der Anbieter als Steuer abzieht, hängt am Haus. Wer eine Rechnung in Zahlen will, dividiert den Nettogewinn durch 1,053 und vergleicht das Ergebnis mit dem Bruttogewinn – was an Differenz bleibt, ist die vom Anbieter getragene oder weitergegebene Steuer.
Werbe-Regeln, die für Freebets gelten
Die Werbung um Sportwetten ist enger gefasst als um Online-Casino: das Werbeverbot von 06:00 bis 21:00 Uhr (§ 5 Abs. 3 Satz 1) gilt für Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casino – für Sportwetten gilt es nicht. Was für Sportwetten gilt: keine Werbung unmittelbar vor oder während einer Live-Übertragung desselben Ereignisses auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern und Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Bonusaktionen, auch die hier besprochenen, sind dadurch nicht in ihrer Höhe oder Frist reguliert – sie stehen in den Bedingungen jedes Anbieters.
Eine Lizenz verlangt Werbung nach § 5 Abs. 7 – wer keine deutsche Erlaubnis hat, darf in Deutschland nicht für seine Sportwetten-Aktion werben.
Was im Streitfall zu erwarten ist
Eine Freebet ist eine Aktion; die Regeln stehen in den Aktionsbedingungen. Wer eine Bedingung nicht erfüllt, kann den Aktionswert verlieren – nicht das eingezahlte Geld.
Was bei einer Freebet ohne Einzahlung typischerweise gilt: Die Freebet verfällt, wenn die Frist abläuft oder die Bedingung (Mindestquote, Markttyp) nicht erfüllt wird. Eine Barauszahlung der Freebet ist ausgeschlossen. Was vom Gewinn aus der Freebet als Bonus behandelt wird, hängt an der Aktion – manche schreiben den Gewinn als Bonusgeld, manche als Echtgeld. Im Konfliktfall hilft der Support, im Streitfall die Beschwerdestelle des Anbieters, im Zweifel die GGL-Beschwerdestelle.
Wer eine alte Wette aus Vor-GlüStV-Zeiten zurückfordern will, tappt im Dunkeln. Das BGH-Verfahren I ZR 90/23 ist offen; der Generalanwalt hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 die Möglichkeit einer Rückzahlung bejaht, mit Ausnahme zugesicherter Duldung – wann und wie der EuGH entscheidet, ist nicht gesagt. Wer darauf spekuliert, verliert im schlechtesten Fall Zeit und Geld; verlässlich ist der Weg nicht.
Häufige Fragen zur Freebet ohne Einzahlung in Deutschland
Gibt es bei lizenzierten Anbietern in Deutschland eine Freebet ohne Einzahlung?
Auf der GGL-Whitelist führen 27 Inhaber eine Sportwetten-Erlaubnis. Welche davon eine Freebet ohne Einzahlung anbieten, ist Sache der jeweiligen Aktion; im Regelfall ist die Freebet an eine Einzahlung oder eine vorherige Wette geknüpft. Die reine „gratis“‘-Aktion ist selten.
Wird der Einsatz einer Freebet zusammen mit dem Gewinn ausgezahlt?
Nein. Bei einer Freebet trägt der Anbieter den Einsatz; gewinnt die Wette, wird nur der Reingewinn – also Wettbetrag mal (Quote minus 1) – ausgezahlt. Der Einsatz der Freebet wird nicht erstattet. Das unterscheidet die Freebet von einer risikofreien Wette, die als Echtgeld erstattet.
Was bedeuten Umsatzbedingungen und Mindestquote bei einer Gratiswette?
Eine Umsatzbedingung ist eine Anforderung, den Gewinn aus der Freebet erneut zu einem vom Anbieter festgelegten Faktor zu einer Mindestquote umzusetzen, bevor ausgezahlt werden darf. Die Mindestquote ist die niedrigste Quote, zu der die Freebet platziert werden darf. Wer darunter bleibt, verliert die Freebet, ohne sie genutzt zu haben.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf den Gewinn aus einer Freebet aus?
Die Steuer von 5,3 % auf den Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer“ – rund 5,03 % – ist Sache des Veranstalters. Wie der Anbieter sie auf den Spieler umlegt, regelt das Haus. Bei einer Freebet ist die Besteuerungsgrundlage ohnehin der Gewinn, nicht der nicht ausgezahlte Einsatz; was am Ende auf dem Konto landet, ist der Nettogewinn nach Anbieter-Regel.
Woran ist zu erkennen, ob ein Anbieter mit Freebet-Aktion auf der GGL-Whitelist steht?
Die GGL führt unter glücksspiel-behoerde.de die Whitelist der erlaubten Anbieter; sie nennt den Inhaber, die Domain und das Datum der Erlaubnis. Eine Auflistung in dieser Liste ist das einzige amtliche Zeichen einer deutschen Sportwetten-Erlaubnis. Eine .de-Domain allein beweist keine Lizenz.
Welche Fristen gelten bis zur Platzierung einer Freebet, und was geschieht danach mit dem Guthaben?
Üblich sind sieben Tage ab Gutschrift. Nach Ablauf verfällt die Freebet ersatzlos – sie wird weder verlängert noch in bar ausgezahlt. Bei Aktionen um ein Turnier herum läuft die Frist oft am Ende der Turnierwoche aus; was danach auf dem Konto liegt, hat keinen Wert mehr.
Was darf überhaupt gewettet werden?
Das Sportwettprogramm ist nach § 21 Abs. 1 GlüStV auf fixe Quoten für das Ergebnis oder einen Abschnitt eines Ereignisses beschränkt, als Einzel- oder Kombiwette. Nur betriebene Wettarten, die die GGL zugelassen hat, dürfen angeboten werden (§ 21 Abs. 5). Live-Wetten sind nur eingeschränkt erlaubt (§ 21 Abs. 4): während eines laufenden Spiels nur auf das Endergebnis oder auf seltene Ereignisse darin – nächstes Tor im Fußball ja, nächster Punkt im Tennis nein, nächster Korb im Basketball nein. Verboten sind Wetten auf überwiegend minderjährige oder amateurhafte Sportler (GGL-Praxis: Fußball unterhalb der 3. Liga zählt als Amateursport), auf manipulationsanfällige Ereignisse und auf Regelverstöße sowie deren Sanktionierung. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport-Wetten sind in Deutschland nicht erlaubt, weil E-Sport nach GGL-Auffassung kein Sport ist.
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Inhalt erstellt vom Team «buchmacherbonus»
